| Text | Referat im Rahmen des Seminars "Wo die Bibel Mühe
macht..." in Ichenheim, November 2003 (auf dem Seminar wurde nicht der ganze Text vorgetragen, Teile des Textes sind aus anderen Referaten entnommen) |
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Manche Zeitgenossen haben Mühe mit biblischen Aussagen über Jesus, die ihn zu einer Art Übermenschen machen: Er wurde von einer Jungfrau geboren (vgl. Mt.1,18-20; Lk.1,27.34-35), übertraf schon als 12-Jähriger an Gelehrsamkeit die Lehrer Israels (Lk.2,41-52), konnte die Naturgesetze durchbrechen und zum Beispiel über Wasser gehen (Mk.6,45-52 / Mt.14,22-33 / Joh.6,16-21), Wasser in Wein verwandeln (Joh.2,1-12) oder Tote wieder lebendig machen (Joh.11,1-44), konnte Dinge voraussagen (Mk.11,1-6 / Mt.21,1-7 / Lk.19,28-35; Mk.14,13-16 / Mt.26,18+19 / Lk.22,10-13) und wusste, was andernorts geschehen war (Joh.4,17-19; Joh.11,11-14).
Manchen bereitet es Probleme, dass Jesus als Sohn Gottes bezeichnet wird (z.B. Mk.1,11 / Mt. 3,17 / Lk.3,22; Joh.1,34), dass in den christlichen Kirchen vom dreieinigen Gott - vom Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gesprochen wird und Jesus als gottgleich bezeichnet wird (z.B. Phil.2,6; Joh.1,1-14). Sie sehen Jesus lieber als vorbildlichen Menschen, als Propheten und Boten Gottes vielleicht.
Beides verbindet sich in manchen biblischen Texten auch miteinander zu einer Schlussfolgerung: Jesus ist der Sohn Gottes, weil er übernatürliche und übermenschliche Fähigkeiten hat (vgl. z.B. Mt.14,33). Wenn wir nun auf Grund unseres naturwissenschaftlich geprägten Weltbildes Zweifel an der historischen Wahrheit der Geschichten haben, die von Jesu übermenschlichen Fähigkeiten sprechen, muss dann nicht auch der Glaube an die Gottessohnschaft Jesu fallen? Können wir uns aber umgekehrt Jesus vorstellen als einen Menschen, der nicht mehr göttliche Fähigkeiten hatte als wir selbst?
In der Antike hatten die Menschen nicht die naturwissenschaftlichen Kenntnisse, die wir heute haben. Für sie war es denkbar, dass unter bestimmten Bedingungen Menschen das Gewohnte durchbrechen konnten. Wenn sie göttliche - oder auch dämonische - Kräfte am Wirken sahen, dann wurden Dinge möglich, die das Alltägliche durchbrachen. Das war gemeinsame Grundüberzeugung der verschiedenen Religionen. Und es gab auch umgekehrt eine Überzeugung: Wo göttliche Kräfte am Wirken sind, dort müssen auch wunderbare Dinge geschehen. Die Wunder waren damit geradezu ein Beweis für die Gegenwart göttlicher - oder auch dämonischer - Kräfte. Darum kommen Menschen zu Jesus und fordern von ihm, seinen Anspruch, im Namen Gottes zu sprechen und zu handeln, durch ein Wunder zu legitimieren (Mk.8,11-13; Mt.12,38+39 / Mt.16,1-4 / Lk.11,29). Jesus verweigert sich diesem Wunsch. Umgekehrt wird Jesus auf Grund seiner Heilungstätigkeit vorgeworfen, durch ihn wirkten nicht göttliche, sondern mit dämonische Kräfte (Mk.3,22 / Mt.12,24 / Lk.11,15). Göttliches und Außergewöhnliches, Wunderbares gehörten in der Antike zusammen.
Nun gibt es in und außerhalb der Bibel die Tendenz, die Überzeugung, dass sich ein Ereignis einem göttlichen Wirken verdankt oder dass sich eine Einsicht von Gott gegeben ist, dadurch zu untermauern, dass das Ereignis oder Personen, die für die Überzeugung eintreten, mit wunderbaren Begleitumständen ausgeschmückt werden. So werden in manchen jüdischen Gruppen zur Zeit Jesu auch wunderbare Geburtsgeschichten von Mose und anderen Größen des jüdischen Glaubens erzählt. Und auch von römischen Kaisern oder Größen der griechischen Philosophie werden wunderbare Geschichten überliefert, Heilungen etwa oder auch Naturwunder. In der Antike besteht also die Tendenz, die herausragende Bedeutung, die eine Person für andere Menschen hatte, durch Erzählungen über außergewöhnliche Fähigkeiten zu verdeutlichen und ihnen somit ein übermenschliches Wesen zu verleihen. Diese Tendenz prägt auch manche biblischen Autoren. Sie wollen sagen: In und durch Jesus begegnet uns Gott und durch Jesus finden wir Zugang zu Gott und sie sagen dies, indem sie Geschichten erzählen, die deutlich machen: Jesus hat göttliche und übermenschliche Fähigkeiten, war von göttlichem Wesen. Mit frommer Fantasie werden dann Überlieferungen, die von Jesu Taten und seinem Geschick berichten, mit übernatürlichen Ereignissen ausgeschmückt. Für uns moderne Menschen erscheint das als Geschichtsfälschung. Für antike Menschen war das eine Art und Weise, die Bedeutung von geschichtlichen Ereignissen zu verdeutlichen.
Diese Einsicht hat Konsequenzen für unser Verständnis der biblischen Aussage, Jesus ist der Sohn Gottes. Wenn wir diese Aussage verstehen wollen, müssen wir nicht danach fragen, welche besonderen Fähigkeiten Jesus hatte und ob er die überlieferten Wunder auch alle getan hat. Wir müssen vielmehr fragen: Welche Bedeutung hat Jesus für unser Verhältnis zu Gott? Um es ganz zuzuspitzen: Wir fragen nicht nach dem Wesen Jesu, sondern wir müssen fragen nach der Funktion, die Jesus für uns Menschen, die an ihn glauben, hat.
Die Frage nach dem Wesen Jesu führt in die Frage hinein, wie Göttliches und Menschliches in Jesus zusammen kommen können. Diese Fragen wurden über Jahrhunderte in der christlichen Theologie diskutiert und führten in immer neuen Streit und theologische Probleme hinein. So stellt sich schon die Frage, ob Jesus am Kreuz wirklich gestorben ist - wo er doch, wenn er Gottes Sohn und damit göttlich ist, unsterblich sein müsste. Bis in die Reformationszeit hinein führte die Frage nach dem Wesen Jesu zu Kirchenspaltungen. So haben sich Lutheraner und Reformierte letztlich über die Frage, wie Menschliches und Göttliches in Jesus zusammen kommen, so zerstritten, dass es zu zwei evangelischen Konfessionen kam.
Die Frage nach der Bedeutung, die Jesus für unser Leben haben kann, führt dagegen über solche theologische Streitigkeiten und logischen Abgründe hinaus. Und sie ist die wirklich relevante Frage für uns. Denn die biblischen Texte sagen uns auch dann noch elementare Dinge über die Bedeutung Jesu für uns, auch wenn wir die Geschichtlichkeit von Jungfrauengeburt und manchen Wundern leugnen. Um er zugespitzt zu sagen: Jesus ist nicht der Sohn Gottes, weil er übernatürliche Kräfte hatte, sondern weil er uns den Zugang zu Gott und auch zu unserem wahren Menschsein eröffnet. Die biblischen Texte sind also daraufhin zu befragen, welchen Zugang zu Gott und zu uns selbst wir durch Jesus gewinnen. Und hier stehen im Neuen Testament mehrere, sich ergänzende Antworten neben einander.
Eine erste Bedeutung, die Jesus für Christinnen und Christen hat, könnte man so auf den Punkt bringen: Jesus verkündet uns, wie Gott zu uns Menschen steht und was er von uns Menschen will. In seinen Gleichnisse macht er uns deutlich, dass Gott uns liebt, dass er uns annimmt, obwohl wir nichts vorzuweisen haben, dass er uns vergibt, wenn wir uns zu ihm hinwenden. Und Jesus sagt, was Gott von uns will, welche Einstellungen und welches Verhalten wir einüben sollen, wovor wir uns hüten sollen. Jesus tritt dann auf ganz in Analogie zu den alttestamentlichen Gottesboten, und man könnte ihn als Propheten verstehen. Schon zu seinen Lebzeiten haben ihn manche Menschen so gesehen (vgl. Mk.6,14-16 und Mk.8,27+28). Man spricht in diesem Zusammenhang in der theologischen Tradition vom prophetischen Amt Jesu. „Amt" ist dabei ein alter Begriff, der heute mit „Aufgabe", „Funktion" oder „Dienst" wiederzugeben wäre.
Jesu Worte spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Und wer Jesu Worten eine besondere Autorität zubilligt, für den ist es auch nicht schwer, Jesus im Sinne eines Propheten als Sohn Gottes zu verstehen. Auch das neue Testament versteht den Titel „Sohn Gottes" gelegentlich so. So zum Beispiel in der Geschichte von der Verklärung Jesu. Jesus war mit drei Jüngern auf einen Berg gestiegen, dort war er auf einmal in einen hellen Lichtschein getaucht, und dann war eine Stimme zu hören: Dies ist mein geliebter Sohn, den sollt ihr hören!" (Mk.9,7). Der Titel Sohn Gottes bedeutet dann: Jesus ist der Stellvertreter Gottes, in seinem Namen und Auftrag spricht er zu uns. In ihm tritt uns Gott gegenüber. Jesu Worte sind Gottes Worte.
Die wissenschaftliche Erforschung des Neuen Testaments hat klar herausgearbeitet, dass nicht alle Worte, die von Jesus in den Evangelien überliefert werden, vom historischen Jesus selbst gesprochen wurden. Es gibt einiges, was erst nach Ostern in seinem Namen verkündet wurde und ihm dann in den Mund gelegt wurde. Da wir wissen, dass Matthäus und Lukas das Markus-Evangelium als Vorlage benutzt haben, können wir an einigen Stellen erkennen, wie sich die verschiedenen Überlieferungen mit der Zeit weiter entwickelt haben und wie sie zum Teil gekürzt, verändert oder erweitert wurden. So fügt zum Beispiel Matthäus in die Geschichte vom Seewandel Jesu den Seewandel Jesu und das Gespräch zwischen Jesus und Petrus ein (vgl. Mt.14,22-33 mit Mk.6,45-52). Oft ist es schwer zu unterscheiden, was Jesus selbst gesagt hat und was ihm später in den Mund gelegt wurde. Aber die Frage nach dem historischen Jesus kann uns heute weitgehend deutlich machen, was Jesus selbst gelehrt hat und wie das Urchristentum seine Lehre weiter entwickelt hat.
Die ersten Christen und auch die Evangelisten hatten keine Probleme damit, überlieferte Jesusgeschichten weiter um- und auszugestalten, weil sie davon ausgingen, dass Jesus nicht nur zu ihnen in der Vergangenheit in der Zeit seiner Wirksamkeit in Galiläa und Judäa gesprochen hatte, sondern dass er als der Auferstandene immer noch unter ihnen lebendig ist und durch seinen Geist auch weiterhin zu uns spricht. Die christliche Kirche hat diese Überzeugung bis heute festgehalten und jede Predigt wird mit der Hoffnung gehalten, dass durch sie der Geist Jesu zu uns spricht. Darum sind echte, also historische Jesusworte, nicht wichtiger oder verbindlicher als Worte, die Jesus nach Ostern in den Mund gelegt wurden.
Die Jüngerinnen und Jünger Jesu hatten schon vor Ostern wahr genommen, dass ihnen in Jesus Gott begegnete. Aber durch die Erfahrungen, die sie mit dem Tod Jesu und seiner Auferweckung gemacht hatten, kamen sie noch einmal zu einem ganz neuen Nachdenken über Jesus. hatten Sie vor Ostern schon geahnt, dass Jesus in ganz enger Verbindung mit Gott lebte, so war ihnen durch die Erscheinung des Auferstandenen klar geworden, dass nicht einmal der Tod diese enge Verbindung zerstören konnte. Nach Ostern kamen die Jünger darum zur Erkenntnis, dass zwischen Jesus und Gott ein so enges Verhältnis besteht, dass ihnen in Jesus Gott selbst begegnet ist.
Diese Aussage geschah auf dem Hintergrund einer bestimmten Wahrnehmung der Welt und des menschlichen Lebens. Die ersten Christen erlebten die Welt wie viele ihrer Zeitgenossen als gottlose Welt. Die Welt wurde beherrscht von gottlosen Mächten. Diese gottlosen Mächte wurden in Palästina erfahren in der politischen Unterdrückung und wirtschaftlichen Ausbeutung durch die Römer, sie wurden aber auch Erfahren in Krankheiten und Verletzungen, in der alltäglichen Gewalt, Ungerechtigkeit und auch in der Vergänglichkeit und Hinfälligkeit menschlichen Lebens. Die Welt wurde als finster und gottlos erlebt. Gott aber galt als die Quelle des Lichts, als Ursprung alles Guten. Gott und Welt waren so einander entgegen gesetzt; und weil die Welt gottlos war, war Gott in der Welt nicht zu erfahren, sondern fern. Die Menschen erlebten sich in großer Distanz zu Gott, in Distanz zu einem Leben in Frieden und Glück. Das Reich Gottes, die Welt Gottes, wo Güte und Liebe herrschten, lag in einer jenseitigen Welt und vor allem in der Zukunft.
Im Rückblick auf das Leben Jesu kamen nun die ersten Christen zur Erkenntnis: In Jesus ist etwas von dieser jenseitigen Welt, ist etwas vom Licht Gottes in unsere Welt herein gekommen (vgl. Joh.1,4+5+9). Hatte nicht Jesus davon gesprochen, dass das Reich Gottes schon mitten unter uns ist? Und war in seiner Nähe nicht schon die Kraft des Reiches Gottes spürbar geworden? Mit Jesus war die göttliche Kraft selbst in diese gottlose Welt gekommen und durch Jesus waren alle, die ihm vertrauten, in Verbindung mit dieser göttlichen Kraft gekommen. Jesus wurde so nicht nur mehr als Bote gesehen, der als Mensch unter Menschen einen besonderen Zugang zu Gottes Gedanken hatte, sondern man verstand ihn als Träger des göttlichen Lichts, der aus Gottes Welt in diese Welt gekommen und mit der Auferweckung wieder zu Gott zurückgekehrt ist. Jesu Ursprung ist also bei Gott. Dies auszusagen ist das Ziel der Geschichte von der Jungfrauengeburt: Mit Jesus kommt Gott selbst in diese Welt und verbindet sich mit uns Menschen.
Weil Gott natürlich nicht ganz in der Welt aufgeht und auch im Gegenüber zur Welt bleibt, mussten nun in Gott verschiedene Anteile unterschieden werden. Und damit entstand die Vorstellung von der so genannten Präexistenz Jesu, die sich in fast allen neutestamentlichen Schriften findet. Diese Vorstellung besagt, dass in Gott schon von Ewigkeit her ein Anteil existierte, der in der Person Jesu als Mensch in die Welt gekommen ist und so Gott und Mensch miteinander verbunden hat. In Jesus kommt somit ein Teil von Gott selbst in die Welt und Gott verbindet sich mit uns Menschen. Dieses In-die-Welt-Kommen-Gottes in dem Menschen Jesu wird in der theologischen Fachsprache als Inkarnation, als Fleischwerdung (vgl. Joh.1,14) bezeichnet..
Im griechisch sprechenden Judentum wurde gedacht, dass es in Gott verschiedene Teile gebe, die manchmal auch mehr oder weniger selbständig vorgestellt wurden. So wurde zum Beispiel von der Vernunft, vom Willen oder den Gedanken Gottes gesprochen, wie wenn das eine eigene Größe in Gott wäre. Im Griechischen nennt man dies manchmal den logos Gottes, was bei uns - etwas blass - mit Wort Gottes übersetzt wird. Um zum Ausdruck zu bringen, dass uns in Jesus Gott begegnet, wurde Jesus nun mit diesem Logos identifiziert. So beginnt das Johannes-Evangelium mit einem Lied vom Logos Gottes:
Im Anfang war der Logos, und der Logos war bei Gott, und der Logos war Gott. Im Anfang war er bei Gott. Alles ist durch den Logos geworden und ohne den Logos wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. [...] Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. [...] Und der Logos ist Fleisch, d.h. Mensch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. [...] Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. (Joh.1,1-18)
Jesus wird in diesem Lied identifiziert mit einem Teil Gottes, hier im Johannes-Evangelium als der Logos und das Licht und der einzige Sohn Gottes - der so genannte eingeborene Sohn Gottes - bezeichnet, der von Ewigkeit her schon war, der schon vor der Schöpfung her war, der dann im Menschen Jesus in die Welt gekommen ist, und mit der Auferstehung wieder zu Gott zurückgekehrt ist. Das alles, um zum Ausdruck zu bringen: In Jesus begegnet uns Gott, in Jesus können wir Gott erkennen - "der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." Und zugleich konnte man so von Gott sagen: Gott ist hinabgestiegen in die Not unserer Welt, Gott hat in Jesus teilgenommen an unserem Leben, hat durchlitten, was wir durchleiden müssen, ja Gott hat sogar selbst den Tod erlitten, ist unseren Tod gestorben, damit nichts uns trennen kann von Gottes Liebe. Das Verständnis von Jesus als göttlichem Boten - die so genannte Boten-Christologie - wird nun hineingenommen in eine Inkarnationschristologie.
Die neutestamentlichen Schriften spitzen die Vorstellung von der Inkarnation zu: In Jesus wird Gott nicht nur Mensch, sondern steigt bis in die Tiefen der menschlichen Existenz hinab. Die Geschichten von der Geburt in Bethlehem (Lk.2, Mt.21,18-2,23) sind historisch gesehen sicher Legenden - weder der Wunderstern noch die Volkszählung, auch nicht die Magier aus dem Orient und der Kindermord von Bethlehem dürften historische Geschichten sein. Vielleicht wurde Jesus sogar in Nazareth geboren und die Geburtslegenden verlegen die Geburt nach Bethlehem, um Jesu Geburt als Erfüllung der messianischen Verheißungen des Alten Testaments zu bezeichnen (so weiß zum Beispiel das Johannes-Evangelium nichts von einer Geburt in Bethlehem, obwohl eine solche für seine Argumentation sehr brauchbar wäre). Aber genau dieses Hinabsteigen in die Tiefe halten diese Legenden fest: Gott kommt in einem wehrlosen Kind zur Welt, seine Eltern werden von den Mächtigen dieser Welt umhergetrieben, für das Kind ist nicht einmal in einer Herberge Platz und die ersten, die seine Herrlichkeit wahrnehmen sind die Asozialen der damaligen Gesellschaft: die Hirten. Dieser Zug hinab in die Tiefe spitzt führt dann weiter bis zum Tod am Kreuz, der Todesstrafe, der damals die größte Verachtung galt. Gott steigt bis in den Tod hinab und trägt das göttliche Licht in die tiefste Finsternis hinein. Von nun an wissen wir: es gibt keinen Ort mehr, es gibt keine Lebenssituationen mehr, die Gott nicht mehr erreichen könnte. Gott ist uns auch noch in der tiefsten Finsternis nahe.
Damit dieser Gedanke wirklich seine Überzeugungskraft gewinnt, wäre es geradezu problematisch, wenn Jesus übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten besessen hätte. Wenn Jesus nur ein Scheinmensch oder Übermensch gewesen wäre. Nur wenn er genau unter denselben Bedingungen wie wir Menschen gelebt hat, kann er auch in diese Bedingungen hinein das göttliche Licht tragen. Um zu zeigen, dass Jesus göttlichen Ursprungs ist, schreiben die Evangelien ihm zuweilen übernatürliche Eigenschaften und Fähigkeiten zu. Aber an den entscheidenden Stellen wird er als ohnmächtiger und leidender Mensch gezeichnet wie wir (vgl. z.B. Mk.14,32-42 / Mt.26,36-46; Mk.15,34 / Mt.27,46). Unser Glaube an Jesus, als den Gottessohn, in dem sich Gott mit uns Menschen verbindet, hängt also nicht daran, dass Jesus übernatürliche Fähigkeiten hatte - eher im Gegenteil. Er setzt aber voraus, dass in der Person Jesu Gott selbst in die Welt kommt. Dies aber ist eine Deutung der Person Jesu, die mit historischen Mitteln weder beweisbar noch bestreitbar ist. Sie ist eine Frage des Glaubens.
In Jesus verbindet sich Gott mit uns Menschen. Die Herstellung der Verbindung zwischen Gott und Mensch ist nach traditioneller Auffassung die Aufgabe eines Priesters. Darum spricht man in diesem Zusammenhang auch vom priesterlichen Amt Jesu Christi.
Um sagen zu können, dass sich Gott in Jesus mit uns Menschen verbindet, muss Jesus beides sein: wahrer Gott und wahrer Mensch. Er muss wahrer Gott sein, damit sich wirklich Gott mit uns verbindet und nicht nur eine untergeordnete göttliche Kraft. Er muss wahrer Mensch sein, damit sich Gott auch mit uns verbindet. Diese doppelte Natur Jesu wird in den neutestamentlichen Schriften behauptet, aber nicht logisch geklärt. Beides zueinander ins Verhältnis zu setzen geschah in einer jahrhundertelangen Diskussion - am Ende aber bleibend unbefriedigend.
Es ist jedoch viel fruchtbarer zu fragen, wie sich das Menschsein gestaltet, wenn es in Verbindung mit Gott gerät. Jesus ist also für uns auch der beispielhafte, der paradigmatische Mensch, der Mensch, der so ist, wie Gott sich den Menschen gedacht hat.
Hier nun enthüllt uns die historische Jesusforschung einen Zugang zu Jesus, der uns in den Evangelien immer wieder ein Stück weit verstellt ist. Die Evangelien werden aus der Überzeugung geschrieben, dass Jesus der Messias Israels und der Sohn Gottes ist. Die überlieferten Geschichten sollen also Menschen in dem Glauben an Jesus als den Gottessohn und den Messias bestärken. Darum werden immer wieder Aussagen von Geheilten oder gelegentlich auch göttliche Stimmen in die Erzählung eingestreut, die Jesus als den Messias und Gottessohn identifizieren. In Jesu Mund jedoch findet sich nur ganz selten eine Aussage wie „Ich bin der Sohn Gottes". Es ist davon auszugehen, dass Jesus während seiner öffentlichen Wirksamkeit und auch seinen Jüngern gegenüber nie einen solchen Anspruch erhoben hat. Im Markus-Evangelium findet sich eine Stelle, die hierfür einen starken Beleg darstellt:
Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer [der war inzwischen hingerichtet worden], andere für Elia [denn man erwartet für die Zeit vor dem Ende der Welt die Wiederkunft des Propheten Elia], wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. (Mk.8,27-30).
Aus dieser Erzählung von Markus lässt sich eine ganze Reihe erkennen. Zunächst wird deutlich, dass Jesus bei seiner Verkündigung den Leuten nichts darüber gesagt hat, als wen sie ihn denn verstehen sollten. Jesus sagte nicht zu den Leuten: Ich bin der Sohn Gottes, ich bin der Messias, ich bin der Herr der Welt oder sonst etwas ähnliches. Er lieferte ihnen keinen Begriff, mit dem kurz und bündig zu sagen gewesen wäre, wer Jesus ist. Darum entstehen so viele Meinungen im Volk über Jesus. Jesus hat offenbar ganz bewusst um seine Person ein Geheimnis gemacht. Und darum verbietet er auch seinen Jüngern nach diesem bemerkenswerten Gespräch, das in der Einsamkeit der Wanderschaft ohne Zuhörer stattfindet, über ihn zu reden. Ja, er reagiert nicht einmal auf das Bekenntnis des Petrus, der vollmundig sagt: Du bist der Messias. Er sagt nicht Ja und er sagt nicht Nein dazu. Er schweigt dazu.
Lässt sich daraus schließen - wie es in seriöseren und weniger seriösen theologischen Büchern immer wieder behauptet wird - Jesus habe sich gar nicht als Messias verstanden? Er habe sich als ein Prediger und Lehrer neben anderen gesehen? Und erst das Christentum hätte Jesus - gegen dessen eigene Absicht - zum Messias und Sohn Gottes gemacht? - Nein! Liest man die Evangelien von vorne bis hinten, dann wird deutlich, dass Jesus beanspruchte im Namen Gottes zu sprechen und zu wirken, dass er beanspruchte dies auf eine einzigartige Weise zu tun, dass er beanspruchte, eine einzigartige Gotteserkenntnis zu bringen, dass er beanspruchte, der entscheidende Bote Gottes zu sein. Dieser entscheidende Bote Gottes, mit dem Gottes neue Welt beginnen würde, wurde im Judentum zur Zeit Jesu manchmal Messias genannt, Gottes Gesalbter. Jesus sah sich selbst als der Messias, aber er bezeichnete sich nicht so. Er ließ sich während seines irdischen Lebens nicht als Messias anreden und nicht als Messias verehren.
Warum diese Zurückhaltung Jesu? Ich denke, dass Jesus keine messianische Würde für sich beanspruchte, sondern ein Geheimnis um seine Person machte, weil er nicht wollte, dass die Menschen anfangen, ihn zu verehren. Weil er sich nicht über die Menschen stellen wollte, sich nicht über sie erheben wollte, sondern in Liebe neben sie treten wollte. Einmal sagte er: "Ich bin nicht gekommen, um mir dienen zu lassen, sondern um zu dienen." (vgl. Mk.10,45). Hätte er gesagt: "Leute, ich bin der Messias!", dann hätten die Menschen ihm entweder Verehrung oder Verachtung entgegengebracht, aber auf keinen Fall hätte er mehr als der Dienende und Liebe schenkende neben die Menschen treten können. Jesus macht ein Geheimnis um seine Person, um seiner Botschaft und seinem Auftrag treu zu bleiben.
Nur an einer Stelle lüftet er dieses Geheimnis, nämlich dort, wo sein Dienst sich dem Ende zuneigt. Als er nach seiner Gefangenschaft im Verhör vom Hohepriester gefragt wird, ob er der Messias sei, bestätigt Jesus dies. Aber indem er dies sagt, unterzeichnet er sein Todesurteil. Hätte er sich vor seinen Anhängern als Messias ausgerufen, sie hätten ihn verehrt und auf einen Sockel gestellt, jetzt aber, im Verhör, hätte er seinen Glauben und seinen Auftrag verleugnet, wenn er weiter geschwiegen hätte. Jetzt musste er reden.
Man kann also sagen: Jesus war ein verborgener Messias, seine Rolle als der entscheidende Bote Gottes hielt er bewusst verborgen. Und er tat dies, weil er selbst ein Mensch sein wollte, der ganz so lebt, wie er es selbst immer predigte: Der ganz aus dem Vertrauen auf Gottes Nähe lebt, der nichts mehr für sich selbst fordert, sondern sich in Liebe hingibt. Jesus war darum nicht nur der Bote Gottes, der den Menschen im Namen Gottes gegenübertrat, sondern er war auch ein Mensch, der ganz so lebte, wie Gott es will, ein Mensch, in dem der neue Mensch, wie Gott ihn vor Augen hat, sichtbar wurde.
Weil Jesus ein Geheimnis um seine Person gemacht hatte, verstanden seine Jünger erst so richtig, wer Jesus war und was er bedeutete, nachdem Jesus gestorben war und nachdem sie ihm als dem Auferstandenen wieder begegnet waren. Auch sonst ist dies oft so, dass wir erst im Nachhinein richtig verstehen, was jemand war und was er bedeutet hat. Jetzt erkannten die Jünger Jesu, dass Jesus auf einzigartige Weise mit Gott verbunden war, dass er auf einzigartige Weise auch Mensch gewesen war, dass mit ihm sozusagen etwas von Gott her in die Welt gekommen war. Um dies zum Ausdruck zu bringen, bezeichneten sie Jesus mit Ausdrücken, die in der jüdischen Tradition für den erwarteten Boten der Endzeit bereits geprägt waren: Sie nannten ihn Messias und Sohn Davids, sie sprachen von ihm als Sohn Gottes, sie redeten ihn - wie Gott selbst - als Herrn an. Auf griechisch heißt das Kyrios. Und von dort kommt das Kyrie eleison - das "Herr erbarme dich", das wir manchmal in der Liturgie verwenden. Durch diese Titel wird Jesus in die Nähe Gottes gerückt, wird gesagt: in Jesus begegnet uns Gott.
Wenn die Geburt Jesu als Inkarnation, als Eintreten in die Welt verstanden wird, dann war es logisch, die Auferweckung als Rückkehr zu Gott, als Erhöhung zu verstehen. Da vom Messias in alttestamentlicher und frühjüdischer Tradition erwartet wurde, dass er an Gottes Seite königliche und richterliche Aufgaben übernehmen würde, war es konsequent in Jesus auch quasi den Stellvertreter Gottes zu sehen, der am Ende der Zeit das Gericht über diese Welt und jeden einzelnen Menschen vollziehen würde. Aber die traditionelle Gerichtsvorstellung musste sich natürlich dadurch, dass Jesus als der Richter gesehen wurde, verändern: das Moment der Barmherzigkeit und Gnade kam nun stärker zum Zug. Jesus wurde nicht nur als der Richter verstanden, der ohne Ansehen der Person alle gerecht beurteilt, sondern als der Fürsprecher der Menschen bei Gott, der bei Gott ein gutes Wort einlegen kann. Im Hebräerbrief wird Jesus so auch als der Hohepriester bezeichnet, der für die Menschen vor Gott eintritt.
In der theologischen Tradition wird hier vom königlichen Amt Jesu Christi gesprochen
Im zweiten Jahrhundert, als die neutestamentlichen Schriften geschrieben waren und das Christentum sich immer weiter in der griechisch-römischen Welt ausbreitete, musste man nun diese verschiedenen Aussagen über die Bedeutung Jesu für uns Menschen systematisch durchdenken. Und es begann eine theologische Diskussion, die bis in unsere Gegenwart reicht, die aber auf den großen Konzilien der Alten Kirche im vierten und fünften Jahrhundert einen vorläufigen Abschluss im so genannten trinitarischen Dogma gefunden hat. .
In dieser Diskussion waren es vor allem zwei verschiedene Anliegen des Glaubens, die miteinander in Ausgleich gebracht werden mussten. Das eine Anliegen bestand darin, den Glauben an die Einzigkeit Gottes festzuhalten. Gott ist einer und du sollst keine anderen Götter haben neben ihm - das war selbstverständliches Glaubensgut, das das Christentum vom Judentum übernommen hatte (vgl. Mk.12,28+29; 5.Mose 6,5). Um diese Einzigartigkeit Gottes festzuhalten, wurde Jesus von der einen theologischen Partei zwar als Sohn Gottes bezeichnet, aber eben nur als Sohn, nicht als Gott selbst. Zwischen Jesus und Gott wurde ein Unterschied gemacht. Denn Jesus als Gott anzusehen, hätte für diese Seite bedeutet: Zwei Götter zu verehren: Den Vater und den Sohn. Genau das war nun für die andere Seite in der Diskussion das Problem: Für sie durfte auch nicht der kleinste Unterschied zwischen Jesus und Gott gemacht werden. Denn nur wenn uns in Jesus der ganze Gott begegnet, nur wenn Gott in Jesus wirklich ganz an unserem Leben teilgenommen hat, können wir auch gewiss sein, dass uns nichts trennen kann von Gott, dass Gott uns wirklich ganz mit sich verbunden hat. Ging es also auf der einen Seite darum, den Monotheismus, den Glauben an die Einzigkeit Gottes, festzuhalten, so ging es auf der anderen Seite darum, die Verbindung zwischen Jesus und Gott so zu denken, wie sie nicht enger sein konnte. Gott und Jesus sollten eins sein.
Man stritt sich, es kam zu Kirchenspaltungen über diese Frage, aber letztlich konnte sich eine breite Mehrheit auf den ersten beiden ökumenischen Konzilien in Nicäa (im Jahre 325) und Konstantinopel 381) auf eine Formulierung einigen, die dann später als die so genannte Trinitätslehre bezeichnet wurde: Sie besagt: Gott ist einer und einzig, aber er begegnet uns in drei - man könnte sagen - Rollen oder Gestalten, in drei Formen oder auf dreierlei Weise; in der theologischen Fachsprache spricht man von drei Personen, ohne jedoch einer Person eine völlige Eigenexistenz zuzuschreiben. Als der Vater, der die Welt geschaffen hat und sie mit seinem Segen erhält, als der Sohn, der von Ewigkeit her ein Teil Gottes ist, der in dem Menschen Jesus Mensch geworden ist, uns den Zugang zu Gott eröffnet hat und uns mit Gott verbunden hat, und als der heilige Geist, die Kraft Gottes, die in uns Glauben, Hoffnung und Liebe schafft. Dass der heilige Geist als Teil der Trinität aufgefasst wurde und man nicht von einer Dualität, einer Zweieinigkeit, sprach, das ergab sich erst gegen Ende der Diskussion, als sich die Lösung schon abzeichnete. Aber dadurch war klar, dass die Kraft Gottes, die in uns selbst wirkt, auch Gott war und nicht etwas wieder von Gott zu unterscheidendes, etwas Gott Untergeordnetes.
Die Formulierung dieser Trinitätslehre wurde dann von allen christlichen Kirchen, die im 4. Jahrhundert existierten, im Laufe der Zeit übernommen. Sie ist darum eine wahrhaft ökumenische Lehre und eint die ganze Christenheit. Sie sagt uns, dass Gott uns auf verschiedene Weise begegnet: Als der Ursprung alles Seins, als der Schöpfer, der geheimnisvoll die Welt mit seinem Segen regiert und leitet, als der Sohn, der uns Gott erkennen lehrt, der unser Leben teilt bis in den Tod hinein und der durch seine Auferstehung deutlich macht, dass Gott stärker ist als der Tod, und schließlich als der Heilige Geist, die Kraft Gottes, die uns Kraft verleiht und uns belebt, die in uns Glauben und Vertrauen weckt, die uns mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft gehen lässt, die uns Liebe schenkt und Liebe tun lässt. Gott ist damit als der Vater ein verborgener Gott, ein Gott, der als der Sohn in Jesus Christus uns gegenübertritt, und der als der Heilige Geist selbst in uns Gestalt annimmt, ja dessen Gegenwart manchmal direkt zu spüren ist. Und doch ist es immer ein und derselbe Gott. Die Trinitätslehre, die selbst im Neuen Testament nur in Ansätzen zu finden ist, ist als ein konsequentes Weiterdenken auf der Basis der neutestamentlichen Aussagen zu verstehen. darum konnte sie auch in der Christenheit eine allgemeine Anerkennung finden.
Nachdem dies geklärt war, war das theologische Nachdenken über Jesus aber nicht zu Ende. Nun wurde gefragt, wie sich Menschliches und Göttliches in der Person Jesu zueinander verhalten würde. Jetzt wurde also nicht mehr nur nach der Funktion Jesu für uns, sondern nach seinem Wesen gefragt. Und damit war eine Frage eröffnet, die nur in unfruchtbare Diskussionen führen konnte und in theologischen Spitzfindigkeiten enden musste. Beim 4. Ökumenischen Konzil in Chalcedon im Jahre 451 einigte man sich auf eine theologische Sprachregelung, die die Problematik deutlich macht: Jesus Christus sei eine Person in zwei Naturen, der menschlichen und der göttlichen, die in dieser einen Person unvermischt und unverwandelt, aber auch ungetrennt und ungesondert vereint seien. Aber auch diese Formulierung konnte - wie oben schon angedeutet - den Streit nicht beenden. Das Geheimnis der Person Jesu bleibt unserem begrifflichen Denken verschlossen.