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Geschichten,
Erzählungen, Gleichnisse, Krippenspiele
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der Evangelischen Kirchengemeinde Schmieheim und Wallburg |
Damals und heute - Krippenspiel für einen Familiengottesdienst an Weihnachten (anstelle einer Predigt)
Die Darsteller/innen sollten Jugendliche oder Erwachsene sein. Das Krippenspiel kann unterbrochen werden
von Gemeindeliedern.
Uraufgeführt in Schmieheim
am 24.12.2000
Rollen:
GM=Urgroßmutter
E1=Enkel 1 (der/die Ältere)
E2=Enkel2 (der/die Jüngere)
B=Bote des Kaisers
M=Maria
J=Josef
W1 = erste Wirt/in
W2 = zweite Wirt/in
H1 = erster Hirte
H2 = zweiter Hirte
Eng=Engel
1. Szene - Die Großmutter und ihre beiden Enkel
GM sitz auf ihrem Schaukelstuhl auf dem linken Podest unter der Kanzel
- Scheinwerfer langsam an - E1 und E2 kommen mit dem Bilderbuch das Kirchenschiff
nach vorne gelaufen unterwegs rufen sie schon:
E2 Oma, Hallo Oma!
E1 Guten Tag Oma.
GM Hallo Kinder, schön dass ihr eure Urgroßmutter besuchen
kommt.
E2 Oma, schau mal, wir haben ein Bilderbuch geschenkt bekommen.
E1 Es erzählt von Weihnachten
E2 Liest du es uns vor?
GM Einverstanden. Holt euch die Stühle und setzt euch hier her zu
mir
E1 und E2 stellen zwei Stühle rechts und links neben den Schaukelstuhl
und setzen sich darauf.
GM Dann will ich einmal anfangen. (Breitet das Bilderbuch vor sich aus und liest vor) Es war zu der Zeit, als Augustus Kaiser in Rom war. Eines Tages erließ er einen Befehl und schickte Boten aus in alle Orte....
Scheinwerfer geht langsam aus. GM, E1 und E2 bleiben die ganze Zeit auf dem Podest.
2. Szene - Der Bote des Kaisers
B steht vorne auf dem rechten Podest, im Gang darunter Zuhörer, dabei auch M und J - Scheinwerfer langsam an.
B Des Kaisers Bote bin ich genannt!
Ich ziehe durch das ganze Land.
Muss sagen, was der Kaiser will:
Darum, ihr Leute, seid jetzt still.
B entrollt seine Schriftrolle und liest von dort vor.
Der Kaiser braucht, ihr wisst es wohl,
viel Geld, was man beschaffen soll.
Wie viel das ist, will er jetzt wissen;
drum werdet ihr nun wandern müssen.
Ein jeder muss, heißt der Befehl,
sofort zurück zu jener Stell,
wo er das Licht der Welt erblickt.
Dahin wird er zurückgeschickt.
Dort wird des Kaisers Zähler sein,
der schreibt ihn in ein Buch hinein,
und weiß dann schließlich ganz genau,
was er bekommt von Mann und Frau.
Macht euch nun auf und zaudert nicht.
Bestraft wird, wer versäumt die Pflicht.
B rollt die Schriftrolle wieder ein.
M zu J O weh, mein lieber, guter Mann,
da hat der Kaiser was getan!
In diesen Tagen voll Kälte und Wind
erwart' ich unser liebes Kind.
Nach Bethlehem, von Nazareth -
ob das mein Kind heil übersteht?
J Wir müssen tun, was sie befehlen,
dürfen in Bethlehem nicht fehlen,
denn andernfalls sperrt man uns ein.
Wie mag das für das Kind dann sein!
M So woll'n wir unser Bündel packen,
wir nehmen mit für's Kind die Sachen.
Und trauen mitten in der Not
auf unsern Herrn, den großen Gott.
Scheinwerfer langsam aus
3. Szene - Großmutter im Gespräch mit den Enkeln (1)
Scheinwerfer langsam an
GM Ja, so war das damals bei Maria und Josef. Der mächtige Kaiser
erließ einen Befehl, und schon mussten Maria und Josef sich auf den
weiten Weg machen. Und das, obwohl Maria bald ihr Kind zur Welt bringen würde.
E1 Heute ist das zum Glück nicht mehr so! Einen Kaiser gibt es ja schon lange nicht mehr.
GM Aber mächtige Männer, die bestimmen und dann über das Leben von vielen Menschen entscheiden, gibt es heute noch. Als ich eine junge Frau war und gerade geheiratet hatte, da haben die Mächtigen gesagt: Jetzt ist Krieg. Ich war damals auch schwanger, euer Opa sollte bald geboren werden. Und mein Mann musste in den Krieg ziehen. Er ist im Krieg totgeschossen worden und nie mehr zurückgekommen. Mein Kind, euer Opa, hat seinen Vater nicht mehr gesehen. Da war ich auch so verzweifelt wie Maria und Josef.
E2 Aber jetzt ist ja kein Krieg mehr. Heute muss niemand mehr fortziehen.
GM Wer weiß. Vielleicht sagt morgen der Chef von eurem Vater: Wir machen die Fabrik zu und machen sie in einer anderen Stadt wieder auf. Wer seine Arbeit nicht verlieren will, der muss mitkommen. Dann muss vielleicht euer Vater und ihr alle auch in eine andere Stadt ziehen. Weil ein mächtiger Mann das so bestimmt.
E1 Dann gibt es immer mächtige Menschen, denen wir schutzlos ausgeliefert sind?
GM Ja, solche Leute gibt es immer wieder. Aber wir sind dennoch nicht allein. Gott geht mit uns. Wie mit Maria und Josef. Darum brauchen wir uns nicht zu fürchten. Gott ist auch dann noch bei uns, wenn die Mächtigen über uns bestimmen.
Scheinwerfer langsam aus
Licht an.
Gemeinde singt das Lied: EG 45,1+2+4 (Herbei, o ihr Gläu'gen)
Licht aus
4. Szene: Fortsetzung der Geschichte
Scheinwerfer langsam an auf GM
GM (liest weiter) Ja, und so kommen Maria und Josef nach Bethlehem, der Stadt, in der der Retter geboren werden sollte. So stand es in den heiligen Schriften...
Scheinwerfer langsam aus
5. Szene - Herbergssuche
Scheinwerfer auf M und J, die langsam durch das Mittelschiff ziehen
M Jetzt sind wir hier in Bethlehem.
Du, Josef, ich kann kaum noch gehn.
Wir müssen jetzt ein Plätzchen finden,
ich kann's nicht länger mehr verwinden.
J Da vorn beim Wirtshaus, da ist Licht,
da wird man uns wegschicken nicht.
M und J gehen durch den Gang zu einem Wirtshaus, klopfen an die Bank
J Hallo, Herr Wirt, macht auf die Tür,
zwei müde Wanderer steh'n hier!
Der Weg war weit nach Bethlehem,
und meine Frau kann kaum noch stehn.
W1 Ihr habt ja nichts als einen Sack!
Mein Haus ist nicht für's Bettelpack!
Und zudem noch, mein Haus ist voll
wie selten nur; ich wär ja toll,
würd' ich bei vielen reichen Gästen
solch Bettelvolk wie euch noch mästen.
Drum Bettelpack, so schert euch fort,
sucht euer Glück an anderm Ort!
J Der Mann ist reich, kennt kein Erbarmen
mit uns, weil wir sind nur die Armen.
M Komm, lass ihn reden, bleib nicht stehn,
es wird nicht lang' mehr mit mir gehn.
Ich kann nicht mehr, auch fühl ich Schmerzen.
Das Kind, es regt sich unter'm Herzen
M und J gehen weiter durch den Gang und klopfen am nächsten Wirtshaus
J Hallo, Herr Wirt, helft uns geschwind!
Es kommt bei meiner Frau das Kind.
W2 O welche Not, ich bin entsetzt!
Doch alle Kammern sind besetzt
mit Gästen, die sind reich und reicher,
und ich bin nur ein armer Schleicher.
Ich kann euch jetzt kein Zimmer geben,
die Gäste gehn mir sonst ans Leben.
Doch bei dem Stall, da gibt's 'nen Ort,
vielleicht könnt ihr euch lagern dort.
J O, wie ich nur dies Elend hasse!
M Besser im Stall als auf der Gasse!
So komm denn Josef, lass uns gehn,
um uns den Stall dort anzusehn.
M und J gehen nach vorne - Scheinwerfer geht langsam aus.
6. Szene - Großmutter im Gespräch mit ihren Enkeln (2)
Scheinwerfer auf GM, E1 und E2 geht langsam an
E1 Wenn die Leute gewusst hätten, was da für Leute vor ihrer Tür gestanden sind! Wenn sie gewusst hätten, dass Maria Jesus, den Retter zur Welt bringen würde. Dann hätten sie sicher die Tür aufgemacht.
GM Ja, glaubst du?
E2 Ich hätte Maria und Josef ganz sicher die Tür aufgemacht. Und ich glaube alle Leute, die ich kenne, auch. Da ist keiner so böse.
GM Ich weiß nicht. Ich habe schon das Gefühl, dass Gott ganz oft zu uns kommt und niemand macht ihm die Tür auf. So wie Gott damals in dem Christkind in die Welt gekommen ist, so kommt er auch heute noch zu uns. Und auch heute steht er oft vor verschlossenen Türen. Vielen ist das Geld oder ihre Arbeit wichtiger als Gott. Und da findet Gott keinen Platz in ihrem Leben. Genauso wenig, wie Maria, Josef und das Christkind damals einen Platz gefunden haben. Und wie wenig die Leute damals gemerkt haben, wer dort in Wirklichkeit vor ihrer Tür steht, so wenig merken es heute viele Menschen. Sie merken gar nicht, dass Gott ihnen ganz nahe kommen kann. Weil sie ihre Türen nur für andere Dinge, die ihnen wichtiger sind, aufmachen.
E2 Ich will Gott meine Tür aufmachen.
GM Das ist schön, mein Kind.
Scheinwerfer geht langsam aus
Licht an
Gemeinde singt das Lied: EG 1,1+5 (Macht hoch die Tür, die Tor macht weit)
Licht aus
7. Szene - Fortsetzung der Geschichte
Scheinwerfer langsam an auf GM
GM (liest weiter) So fanden also Maria und Josef nirgendwo einen Platz als in einem Stall. Dort stank es fürchterlich und der kalte Wind pfiff durch die Ritzen. Dort brachte Maria ihr Kind zur Welt...
Scheinwerfer langsam aus
8. Szene - Geburt im Stall
M und J vor dem Altar, Scheinwerfer auf beide geht langsam an
J Niemals, niemals hätt' ich gedacht,
dass wird im Stall zur Welt gebracht
dies Kind, das Gott uns heute schenkt,
dass er die Dinge dahin lenkt.
M Josef, sei still und hadre nicht!
Siehst du denn nicht das helle Licht?
zeigt nach oben (Richtung Orgel)
Den großen Stern am Himmelszelt,
der unsre Dunkelheit erhellt.
Dies Licht, das sagt mit seinem Schein:
Wir hier im Stall sind nicht allein.
Es sagt uns, dass der gute Gott,
zu uns herabsteigt in die Not,
dass kein Elend, dass wir kennen,
uns kann von seiner Liebe trennen.
Drum will dies Kind ich Jesus nennen.
J Jesus - das heißt: Es hilft uns Gott
auch in der allergrößten Not.
So sei dies nun des Kindes Namen.
Ich sage dazu auch mein Amen.
Scheinwerfer geht langsam aus
9. Szene - Großmutter im Gespräch mit ihren Enkeln (3)
Scheinwerfer auf GM, E1 und E2 geht langsam an
E2 Das hab ich nicht verstanden, Oma. Warum sagt die Geburt im Stall, dass Gott bei uns ist, wenn wir in Not sind?
GM Stell dir vor, das Christkind wäre in einem Königspalast zur Welt gekommen. Dann müssten doch alle Leute, die im Elend leben, denken: Gott ist nur bei den Menschen, denen es gut geht, die reich und mächtig sind. Aber Gott wollte uns zeigen, dass er gerade auch dann bei uns ist, wenn es uns schlecht geht. Darum kommt das Christkind im Stall zur Welt.
E1 Oma, aber wir sind doch gar nicht so arm wie Maria und Josef. Ist Gott dann auch bei uns?
GM Ja, natürlich doch! Und überlege: Wir haben vielleicht genug Geld und müssen keinen Hunger leiden. Aber schlecht geht es uns manchmal trotzdem. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten krank wurde und ins Krankenhaus musste. Damals ging es mir so schlecht, dass ich dachte, ich müsse sterben. Ich bekam große Angst. Und da hat mir eure Mutter ein Bild mit einer Weihnachtskrippe gebracht. Das hat mich daran erinnert: Gott ist bei uns, egal was kommt. Auch wenn ich sterben muss. Das hat mir wieder Mut gegeben.
Scheinwerfer geht langsam aus.
Licht an
Gemeinde singt Lied: EG 43,1+3+5 (Ihr Kinderlein kommet)
Licht aus
10. Szene - Fortsetzung der Geschichte
Scheinwerfer langsam an auf GM
GM (liest weiter) In der Nähe von Bethlehem hüteten Hirten ihre Schafe in dieser Nacht. Es war kalt...
Scheinwerfer langsam aus
11. Szene - Hirten und Engel
H1 und H2 auf dem rechten Podest, Scheinwerfer auf beide geht langsam an
H1 O, Freund, ich kann dir sagen,
ich will den Himmel nicht verklagen,
und doch, wo ist der liebe Gott,
der wendet unsre tiefe Not?
H2 Bei den Propheten steht geschrieben,
dass denen, die im Dunkel blieben,
erscheinen wird ein helles Licht...
H1 ...doch leider sehe ich es nicht.
Ach ja, was die Propheten sagen;
schön wär es, wenn in diesen Tagen
erfüllte sich, was sie verhießen,
sich Gottes Boten sehen ließen.
Doch darauf wart' ich lange schon.
Aus Gottes Reich kommt nicht ein Ton.
H2 Mein lieber Freund, weiß dein Verstand
denn nicht, wie oft schon unserm Land
der mächt'ge Gott an schweren Tagen
geholfen hat in schlimmen Plagen?
Warum soll dann zu unserer Zeit
Gott Vater nicht mehr sein bereit
den wahren Retter und zu senden,
um unser hartes Los zu wenden?
H1 Du hast ja recht, ich wünsch es sehr.
Doch manchmal fällt der Glaube schwer.
Pause
H1 O schau, die Wolken sind so hell.
Brennt irgendwo ein Feuer, schnell!
H2 Dies Leuchten ist nicht Feuers Glut,
ist nicht der Elemente Wut.
Vom Himmel kommt ein heller Segen.
Komm los, wir gehen ihm entgegen.
Gehen vom Podest herab durch den Mittelgang nach hinten
Flöten spielen: Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Eng wird von unten angestrahlt
Eng (evt. gesungen auf die Meldodie Vom Himmel hoch, da komm ich her
- EG 24)
Vom Himmel komm ich wie ein Stern.
Ich ruf' die Menschen nah' und fern.
Geborn ist euch ein Kind so klein,
das soll euch Freud und Hoffnung sein.
Es ist der Herr Christ, unser Gott,
der will euch führ'n aus aller Not.
Er will eu'r Retter selber sein
Das lasset euch gesagt wohl sein.
So geht denn Männer und auch Frau'n
um dieses Christkind anzuschau'n.
Es liegt im Stall dort auf dem Heu,
macht all'n die kommen das Herze neu.
Wenn ihr gesehn das Kind im Stall,
den Retter, verkündet mit Schall:
Die in Finsternis sind gefangen,
das Licht der Welt ist aufgegangen.
evt noch Kinderchor, der EG 24,15 singt
H2 Wie dank ich dir, du guter Gott.
Vorbei ist Zweifel nun und Spott,
da jetzt, erfüllt, was du verheißen.
Komm, lasst uns Gott, den Vater preisen!
H1 Ich seh' es ein. Du hattest recht.
Doch länger Zaudern wär' jetzt schlecht.
So lass uns nun nicht länger reden:
Wir wollen vor die Krippe treten.
H1 und H2 gehen nach vorne zu M und J
Licht geht langsam aus.
12. Szene - Großmutter im Gespräch mit ihren Enkeln (4)
Scheinwerfer auf GM, E1 und E2 geht langsam an
E1 Oma, das mit den Engeln glaub ich nicht. Ich habe noch nie Engel gesehen.
GM Ich denke auch, das mit den Engeln ist ein bisschen erfunden. Aber es wird erzählt, damit wir merken: Auch im Himmel, auch bei Gott freuen sich alle, dass das Christkind geboren ist. Und Gott will, dass alle Menschen davon wissen und von dieser Freude angesteckt werden.
E2 Aber warum bekommen es dann nur die Hirten gesagt?
GM Hm, vielleicht weil Leute wie die Hirten Menschen sind, die diese Botschaft verstehen können.
E1 Wie meinst du das, Oma?
GM Ich glaube, dass nur Menschen, die sich so nach einem Ende von Leid und Not sehen wie die armen Hirten, sich über die Geburt des Christkindes wirklich freuen können. Die Hirten sehnen sich nach einer anderen Welt. Und ich glaube, nur solche Menschen haben offene Ohren für das, was der Engel da sagt.
Scheinwerfer geht langsam aus.
Licht an
Gemeinde singt das Lied: EG 46,1-3 (Stille Nacht)
Der Text entstand unter Verwendung eines Krippenspiels von Pfr. Gerhard
Schärr
(Sexauer Verkündigungsspiele zur Heiligen Nacht; hrg. von der Evang.
Kirchengemeinde Sexau, Sommer 1988)
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