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Geschichten,
Erzählungen, Gleichnisse, Krippenspiele
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der Evangelischen Kirchengemeinde Schmieheim und Wallburg |
Rollen:
Mo Moderator/in
K1 Krippenspiel-Leiter/in 1
K2 Krippenspiel-Leiter/in 2
Parallel dazu werden über eine Leinwand Standbilder aus einem Jesusfilm (z.B. Jesus) eingeblendet.
Licht in Kirche aus - Scheinwerfer auf Stehpult an, dort steht Mo
Mo Liebe Gemeinde, viele von Ihnen haben schon einmal ein Krippenspiel gesehen; hier in der Kirche wurde in den letzten Jahren im Gottesdienst an Heilig Abend jedes Jahr eines aufgeführt. In diesem Jahr wollen wir Ihnen kein Krippenspiel vortragen. Vielmehr zeigen wir Ihnen, wie ein Krippenspiel entsteht - wir zeigen Ihnen sozusagen das, was man Neudeutsch als das „Making-of" bezeichnet. Sie werden staunen, wenn Sie entdecken, was alles bedacht sein will, bis ein solches Krippenspiel zur Aufführung kommen kann!
Ah, da sind schon die beiden Hauptfiguren unseres diesjährigen Krippenspiels. (K1 und K2 kommen nach vorne). Nein, diese beiden spielen keine einzige Rolle, aber: sie führen die Regie. Diese beiden überlegen, wie das Krippenspiel gespielt werden muss und wer welche Rollen besetzen soll. Hören wir Ihnen zu! (Mo geht ab)
K1 Du, ich hab da eine prima Idee. Ich habe gehört, dass Anna Linnemann über Weihnachten zu Ihrer Familie nach Hause kommt. Die wäre doch eine prima Besetzung für unsere Maria.
K2 Meinst du die Anna Linnemann?
K1 Ja, genau die Anna Linnemann, die alle paar Monate in irgendeinem Fernseh-Film zu sehen ist und auch schon Hollywood gedreht hat. Sie ist eine richtige Berühmtheit! Und außerdem sieht sie einfach gut aus. Ihre Eltern haben drüben in Wallburg ein Haus gekauft. Sie lebt ja in München und London. Aber ich habe läuten hören, dass sie über Weihnachten zu ihren Eltern kommt. Die würde ich gerne anfragen, ob sie die Maria spielt - für sie ist das ja ein Klacks. Ich kann dir sagen: Das wäre ein richtiger Knüller. Ich seh' schon das Plakat: Stargast: Anna Linnemann als Maria. Da wäre die Kirche voll an Heilig Abend.
K2 Glaubst du wirklich, die würde das machen?
K1 Wir können es ja mal probieren. Ich habe mir schon die Nummer von ihrem Agenten besorgt. Soll ich mal anrufen? (Holt schon sein Handy aus der Tasche)
K2 Wart noch einen Moment. Schauen wir uns doch die Szene mit Maria am Anfang noch einmal genau an. Wir müssen die Rolle ja auch genau kennen, die wir ihr antragen wollen. Sonst können wir es ihr nicht so richtig schmackhaft machen. Also: Was erzählt uns die Bibel denn über Maria?
K1 Ich ruf uns die Geschichte mit ein paar Bildern in Erinnerung. Da schau! (Tut so, als drücke er auf eine Fernbedienung - Einblendung: Bild 01 Maria) Also Maria ist ein junges Mädchen, das aus Nazareth stammt. Nazareth liegt damals in der tiefsten Provinz. Ein kleines Nest. Es dürfte ziemlich rückständig gewesen sein; irgendwo am äußersten Rande des römischen Reiches gelegen. Maria lebt noch bei ihren Eltern und muss dort im Haushalt mithelfen (Einblendung: Bild 02 Maria), ist aber mit einem Zimmermann Namens Josef verlobt (Einblendung: Bild 03 Josef). Das lässt darauf schließen, dass sie so etwa 14 Jahre alt gewesen ist. In diesem Alter wurden damals Mädchen von ihren Eltern an den zukünftigen Ehemann vergeben.
K2 Du meinst, dass Maria wirklich erst 14 Jahre alt war? Und dass sie einfach von ihren Eltern verheiratet wurde, ohne dass man sie fragte?
K1 So war das damals üblich.
K2 Ich stell mir gerade unsere Konfirmandinnen vor. Die sind jetzt so alt, wie Maria damals war. Was die wohl dazu sagen würden, wenn man sie jetzt einfach mit einem Mann verheiraten würde, ohne sie zu fragen? Undenkbar - meinst du nicht?
K1 Ja, damals wurden viele Menschen nicht gefragt, was sie sich für ihr Leben wünschen. Das gilt auch für andere Personen in der Weihnachtsgeschichte.
K2 Auch heute werden manche Menschen vom Leben nicht gefragt, ob das, was geschieht, ihnen auch recht ist. - Ich denke da gerade an eine unserer Konfirmandinnen, an Clara. Die kennst du doch auch - oder? Vor zwei Jahren ist ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen, erinnerst du dich noch? Das war damals hart für Clara und ihre Mutter. Ihre Mutter hat jetzt einen neuen Freund. Aber mit dem kommt Clara gar nicht zurecht. Eine schwierige Situation für alle! Clara, das ist eine, die bei all dem auch nicht gefragt wurde.
K1 Ich mach mal weiter in der Szene: (Einblendung: Bild 04 Engel). Dieser Maria erscheint nun ein Engel. Er kündigt ihr an, dass sie den Retter und Heiland zur Welt bringen wird. Maria ist völlig überrascht. (Einblendung: Bild 05 Maria).
K2 Weißt du was?! Mir kommt ein Gedanke.
K1 Was denn?
K2 Ich glaube, es wäre viel passender, wenn Clara, die Konfirmandin, die Rolle der Maria spielen würde. Für Anna Linnemann finden wir eine andere Rolle. Die biblische Maria war keine Berühmtheit, sie war jung und unerfahren. Ein Mädchen, über das andere bestimmten, die nicht gefragt wurde. Aber gerade ein solcher Mensch wurde von Gott ausgewählt, um den Retter und Heiland in die Welt zu bringen. Das sollte auch in der Besetzung unserer Rolle zum Ausdruck kommen. Die Hauptrolle darf nicht die berühmte Anna Linnemann spielen, die Hauptrolle muss jemand spielen wie Clara.
Scheinwerfer und Einblendung aus - Licht in der Kirche an
Gemeinsames Lied der Gemeinde: Herbei, o ihr Gläub'gen (EG 45,1-3)
2. Jungfrauengeburt
Licht aus - Scheinwerfer auf Stehpult an, dort K1 und K2
K1 (nimmt das Handy vom Ohr und steckt es in die Tasche) Gut, mit Clara geht das in Ordnung; sie will die Rolle Marias spielen.
K2 Und wie geht das Stück dann weiter?
K1 Ja, das ist die Frage. Am liebsten würde ich die nächste Passage einfach auslassen. In der Bibel wird nämlich erzählt, dass der Engel zu Maria sagt (Einblendung: Bild 11 Engel): „Maria, du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, dem sollst du den Namen Jesus geben." Und Maria antwortet: (Einblendung: Bild 12 Maria) „Wie soll das geschehen? Ich bin zwar mit Josef verlobt, aber doch nicht mit ihm zusammen. Wie soll ich da schwanger werden?" Und der Engel antwortet (Einblendung: Bild 13 Engel): „Gottes Kraft wird über dich kommen und dadurch wirst du schwanger werden. Schau auf deine Verwandte Elisabeth! Sie ist bisher kinderlos und ist jetzt schon in hohem Alter und niemand hält es mehr für möglich, dass sie noch Kinder bekommt. Aber auch sie ist schwanger geworden, weil Gott es so wollte. Ihr Sohn Johannes wird eines Tages deinem Sohn Jesus den Weg bereiten. Mach dir keine Gedanken. Gott sind alle Dinge möglich." Und dann macht sich Maria auf den Weg und besucht Elisabeth (Einblendung: Bild 14 Maria besucht Elisabeth).
K2 Eine besondere Geschichte!
K1 Ja, das ganze ist so märchenhaft, dass es doch niemals so passiert sein kann. Eine Jungfrau bringt nun einmal kein Kind zur Welt! Und auch eine Sechzigjährige wird nicht mehr schwanger! So etwas gibt es leider erst mit der modernen Medizin; aber damals war das völlig unmöglich. Ich würde am liebsten diese ganze Geschichte auslassen.
K2 Und was ist dann mit dem Engel? Willst du den auch auslassen?
K1 Hm, Engel... (Einblendung: Bild 15 Engel) - da kann ich irgendwie mit umgehen. Ich glaube zwar nicht an Wesen mit Flügel, von denen ein Licht ausgeht. So werden sie ja oft dargestellt. Aber Engel - das sind für mich Stimmen, die Menschen in ihrem Inneren hören; oder auch andere Menschen, die zu uns etwas sagen, das uns im Inneren trifft. Ich glaube ganz fest daran, dass Gott so zu uns spricht. - Aber übernatürliche Schwangerschaften und Jungfrauengeburt. Das geht nicht in meinen modernen Kopf hinein. Das sind doch Märchen! Das würde ich am liebsten aus dem ganzen Krippenspiel ausklammern.
K2 Schade, dass du die ganze Sache als Märchen abtust und damit einfach unter den Tisch fallen lassen willst. In dieser Geschichte steckt doch eine ganze Menge Wahrheit!
K1 Ja, was denn?
K2 Die Geschichte von Maria, die durch die Kraft Gottes schwanger wird, sagt doch: Mit diesem Kind beginnt etwas Neues, mit diesem Kind kommt etwas von Gott selbst in die Welt. Das ist doch die entscheidende Sache!
K1 Du meinst die Geschichte von der Jungfrauengeburt soll sagen: Jesus kommt von Gott?
K2 Aber er wird dabei nicht wie ein Außerirdischer auf die Erde
gebeamt, kommt schon als ein fertiger Mensch vom Himmel, sondern er
wird geboren als ein Kind. Dieses Kind braucht wie alle anderen Kinder
auch eine Mutter, die es austrägt, die es zur Welt bringt, braucht
Eltern, die es nach der Geburt versorgen und aufziehen, ist angewiesen
auf Menschen, die ihm Liebe schenken. Wenn Gott zu uns kommt, dann
braucht er Menschen, die sich für ihn öffnen, die bereit sind für ihn.
Du hast nämlich vorhin einen entscheidenden Satz in der Geschichte vergessen.
K1 Und welchen?
K2 Geh zurück zu dem Bild mit Maria (K1 drückt auf die Fernbedienung Einblendung: Bild 16 Maria). Nachdem der Engel gesprochen hat, sagt Maria nämlich als Antwort: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast". Darum geht es bei der Geschichte mit der Jungfrauengeburt: Sie sagt uns: In jedem Menschen kann Gott zur Welt kommen, wenn wir uns für Gott öffnen. Ich kann die Geschichte mit der Jungfrauengeburt durchaus symbolisch verstehen. Ich muss nicht für wahr halten, dass alles wirklich so geschehen ist, wie es in der Bibel erzählt wird. Aber ich glaube daran, dass Gott sich mit uns Menschen verbunden hat, dass er auch in uns zur Welt kommen will, und dass er Menschen sucht, die sich darauf einlassen.
Scheinwerfer aus - Licht in der Kirche an
Gemeinsames Lied: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (EG 27,1-3+5)
3. Die Geburt im Stall
Licht aus - Scheinwerfer auf Stehpult an, dort K1 und K2
K2 Wie geht es dann weiter?
K1 Nun: Es kommen Soldaten nach Nazareth (K1 drückt auf Fernbedienung - Einblendung: Bild 21 Soldaten) und verkünden, dass der Kaiser einen Befehl erlassen habe, eine Volkszählung durchzuführen. Und jeder müsse sich dazu an seinem Geburtsort in eine Liste eintragen lassen. (Einblendung: Bild 22 Volkszählung). Der Kaiser will nämlich wissen, wie viele Steuern er zu erwarten hat. So macht sich auch Josef auf den Weg (Einblendung: Bild 23 Maria und Josef auf dem Weg). Und er nimmt Maria mit, die inzwischen hoch schwanger ist. In Bethlehem angekommen, finden sie nirgendwo einen Platz in einem Gasthaus. (Einblendung: Bild 24 Josef und Maria werden abgewiesen). Überall werden sie abgewiesen. Schließlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in einem Stall unterzukommen. (Einblendung: Bild 25 Maria und Josef mit dem Neugeborenen im Stall). Dort bringt Maria ihr Kind zur Welt.
K2 Ja, ich glaube, diese Geschichte kennt wirklich jeder.
K1 Und deshalb, denke ich, müssen wir sie in diesem Jahr ein bisschen aufmotzen, damit es interessanter wird. Ich dachte, das wäre so ein richtiges Ereignis, wenn wir hier in der Kirche wirklich einen Stall aufbauen mit viel Stroh. Und vielleicht könnten wir auch echte Tiere in die Kirche holen. Das wäre doch toll für die Kinder.
K2 Du meinst eine richtig schöne lebendige Krippe?
K1 Ja, so eine richtig große romantische Krippe, wie man sie auf Weihnachtsmärkten ab und zu sieht. Mit einer gemütlichen Laterne und kuscheligen Decken. Alle Figuren sind lebendig; Menschen und Tiere. Es riecht gut nach Stroh. Ich stelle mir das einfach toll vor. Schon immer wollte ich einmal so im Stroh übernachten.
K2 Ich glaube, du hast eine falsche Vorstellung von der Geburt in Bethlehem.
K1 Wieso?
K2 Weil diese Geburt im Stall nicht romantisch war, sondern einfach nur elend! Da hat es sicher gezogen durch alle Ritzen, das war es kalt. Und stell dir doch mal die hygienischen Verhältnisse vor! Kannst du dir vorstellen, ein Neugeborenes in einen Futtertrog zu legen, aus dem zuvor Kühe, Schafe oder Esel gefressen haben? Und nichts anderes war das ja, wenn es heißt, dass Maria ihr neu geborenes Kind in eine Krippe legte. Eine Krippe, das ist ein Futtertrog. Stell dir doch all den Dreck vor, der in einem Stall herrscht. Das war ganz und gar nicht romantisch!
K1 Und was wird jetzt aus der Idee meiner lebendigen Krippe mit echten Figuren?
K2 Deine Idee mit einer lebendigen Krippe ist gar nicht schlecht. Aber vielleicht müssen wir das ganz anders verstehen. Nämlich so, dass wir unser Krippenspiel an einem Ort spielen, wo es Menschen wirklich elend geht.
K1 Wie meinst du das?
K2 Wie wäre es, wenn wir in diesem Jahr das Krippenspiel im Altenpflegeheim veranstalten würden? Gerade dort bei den Alten, die so dement sind, dass sie nichts mehr im Gedächtnis behalten können. Die führen doch manchmal auch ein elendes Leben.
K1 Meinst du, das können wir bringen? Was werden denn die Leute sagen, wenn an Heilig Abend nichts in der Kirche angeboten wird. Die wollen doch ihr Krippenspiel sehen, bevor sie nach Hause gehen, um einen feierlichen und gemütlichen Abend in der Familie zu verbringen. Glaubst du, dass sie die alten und gebrechlichen Leute im Altersheim sehen wollen?
K2 Ich weiß nicht. Aber Weihnachten ist dort vielleicht wirklicher und tiefer zu erleben. Weihnachten heißt doch: Gott kommt zu uns - eben auch in unsere Not und in unser Elend. Er teilt unser Leben, bis hinein in die Tiefen. Von der Geburt im dreckigen Stall bis zum grauenhaften Sterben am Kreuz. Auch wenn wir alt und dement sind, Gott ist bei uns und lässt uns nicht im Stich; wenn wir Gottesdienst im Pflegeheim feiern würden, dann würden wir das zum Ausdruck bringen.
K1 Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten dafür. Es wird ja in den Weihnachtsgottesdiensten für „Brot für die Welt" gesammelt. Dieses Geld ist doch für Menschen, die in Elend leben.
K2 Du hast recht. Auch das ist eine Möglichkeit, dem Gedanken von Weihnachten Raum zu geben. Gott kommt zu uns und lässt niemanden im Stich. Die nicht im Glück und auch nicht die in Elend und Not. Wenn Gott die Menschen im Elend nicht vergisst, sollten auch wir die Menschen im Elend nicht vergessen.
Scheinwerfer aus - Licht in der Kirche an
Gemeinsames Lied: Ihr Kinderlein, kommet (EG 43,1+3+4)
4. Zeugen des Evangeliums
Licht aus - Scheinwerfer auf Stehpult an, dort K1 und K2
K1 Jetzt müssen wir noch über die letzte Szene reden: Die Hirten
auf dem Feld. Das wird dir ja gefallen. Bei den Hirten handelt es sich
ja auch um Gestalten, die in Armut und Elend leben. Hirte war ja kein
angesehener Beruf; und bei Wind und Wetter draußen bei den Schafen zu
lagern, das machte sicher auch nicht wirklich Spaß. - Ich rufe uns die
Szene mal kurz in Erinnerung.
(Einblendung: Bild 31 Hirten auf dem Feld) Es ist in der Gegend von Bethlehem. Hirten lagern in der Nacht auf dem Feld bei ihren Herden. Da erscheint ihnen ein Engel (Einblendung: Bild 32 Engel bei den Hirten),
der ihnen verkündet, dass in Bethlehem der Retter, der Heiland geboren
ist. Und sie würden das Kind daran erkennen, dass es in einer Krippe
liegt. Dass es einer der ihren ist, ebenfalls ein Mensch in Armut und
Not. Und die Hirten machen sich auf und finden das Kind mit Maria und
Josef (Einblendung: Bild 33 Hirten im Stall).
Und dann heißt es in der Bibel, dass die Hirten durch die Gegend
zogen und allen erzählten, was sie erlebt und gehört hatten.
K2 Den Schluss der Szene finde ich spannend: Die Hirten werden die ersten Zeugen des Evangeliums. Sie sind es, die als erstes von Gottes großer Tat erzählen. Keine Gelehrten und keine Priester.
K1 Da wäre es doch passend, wenn die Konfirmanden die Hirten spielen würden. Die sind doch auch noch mit vielen Fragen am Anfang und wissen noch nicht so recht, was und wie sie glauben sollen. Genauso wie die Hirten damals, die sicher auch noch nicht alles verstanden haben.
K2 Du, mir kommt da eine andere Idee. - Was wäre, wenn alle Leute, die in der Kirche sind, die Rolle der Hirten übernehmen würden?
K1 Wie soll denn das funktionieren?
K2 Ich stelle mir vor, dass alle nach Hause gehen und innerlich irgendwo berührt sind. Berührt sind davon, dass Gott auch zu ihnen gekommen ist, gerade auch zu ihnen. Ich denke zum Beispiel an die Kinder, die sich so sehr auf ihre Geschenke freuen. Vielleicht könnten sie mit dem Gedanken nach Hause gehen, wie großartig es doch ist, beschenkt zu werden. Und dass Gott uns so sehr liebt, dass er uns immer wieder großartige Geschenke macht, dass er uns immer wieder ganz viel Gutes zufallen lässt.
K1 Und was sollen die Jugendlichen und Erwachsenen denken, für die Weihnachten schon längst Routine ist; nichts Besonderes mehr, denen es vielleicht sogar davor graust, dass es heute so feierlich und friedlich zugehen muss?
K2 Vielleicht könnten die davon berührt sein, dass Gott gerade im ganz Alltäglichen und Unauffälligen zur Welt kommt, in einer Geburt im Stall am Rande des römischen Reiches, beachtet nur von ein paar Hirten. Ich denke, sie könnten sich berühren lassen von dem Gedanken, dass auch in ihr Leben, so gewöhnlich es auch sein mag, Gott hineinkommen könnte und es damit zu etwas Besonderem macht, dass auch sie dazu geboren sind, Hirten zu sein, denen etwas ganz besonderes widerfährt.
K1 Und was ist mit denen, die sich voll Sorgen das Krippenspiel anschauen werden? Die werden doch wohl nicht mit Begeisterung und Überschwang von der Kirche nach Hause laufen?
K2 Vielleicht nicht mit lautem Jubel und Überschwang. Aber ich wünsche Ihnen, dass sie ganz tief drinnen spüren, dass auch sie von Gott nicht im Stich gelassen sind, dass Gott mit ihnen geht und sie trägt, was auch geschehen mag.
K1 Du hast recht. Wir sollten wirklich allen zutrauen, dass auch sie zu Hirten werden können. Zu Menschen, die mit ihrem Leben dafür einstehen, dass Gott uns nicht im Stich lässt. Ich glaube, wir sollten ihnen das zutrauen.
K2 Ja, diesen Hirten damals in Bethlehem, denen hat Gott zugetraut, Boten des Evangeliums zu sein. Und ich denke, uns traut er das auch zu.
Scheinwerfer aus - Licht in der Kirche an
Gemeinsames Lied: Hört, der Engel helle Lieder (EG 54,1-3)
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