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Materialien für einen Schuljahresschlussgottesdienst zum Thema "Gott sei Dank, endlich frei!" - Juli 2001
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Erzählpantomime zur Zachäusgeschichte samt kurzer Auslegung (können Unterstufen-Schüler mit Masken spielen)

"Rapp" zum Thema "Wahre Freiheit"

beides aufgeführt am Schuljahresschlussgottesdienst der Heimschule St. Landolin, Ettenheim am letzten Schultag des Schuljahres 2000/2001 - Texte von Matthias Kreplin, Juli 2001


Die Geschichte von Zachäus mit Masken gespielt
 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben uns in unserem Projekt in den vergangenen vier Projekttagen mit einer biblischen Geschichte beschäftigt. Mit der Geschichte von Zachäus. Einige von euch kennen diese Geschichte vielleicht. Wir spielen euch jetzt diese Geschichte, so wie sie in der Bibel erzählt wird. Aber wir spielen euch noch eine Vorgeschichte dazu, die erzählt, wie es vielleicht zu der ganzen Geschichte überhaupt erst gekommen ist.

Zachäus hatte es von Kind an immer schwer. Denn er war kleiner als alle anderen Kinder.

Zachäus auf die Bühne

Immer wieder wurde er von den anderen beschimpft: "Kleine Ratte" nannten sie ihn. Oder: "kleiner lausiger Mistkäfer."

Kinder auf die Bühne, Beschimpfungen

Zachäus litt sehr unter diesen Hänseleien und Beschimpfungen. Und oft wurde er richtig wütend. Dann sagte er zu sich selbst: "Ich bin zwar nur der kleine Zachäus. Aber wartet nur, euch werde ich es noch zeigen!"

Zachäus stampft auf und droht mit der Faust

Als Zachäus 24 Jahre alt war, starb sein Vater. Bei der Totenzeremonie war auch Jonatan, ein entfernter Verwandter anwesend. Jonatan war in der ganzen Stadt unbeliebt. Denn er hatte den Zollbezirk von Jericho von den Römern gepachtet. Zöllner wurden verachtet, denn sie galten als Betrüger und arbeiteten mit den verhassten Römern zusammen.

Trauerzug kommt herein

Nach der Feier sprach Jonatan Zachäus an: "Du, willst du nicht Zolleintreiber am oberen Tor werden? Ich brauche jemanden, der viel eintreiben kann. Der sogar mehr eintreiben kann, als die Römer vorschreiben!"

Jonatan und Zachäus bleiben stehen. Gespräch.

Zachäus sah seine Chance und nahm das Angebot an.

Zachäus und Jonatan schütteln sich die Hand.

Am nächsten Tag schon stand Zachäus am oberen Tor und nutzte seine Macht in vollen Zügen aus. Wer an ihm vorbei wollte, musste Geld bezahlen.

Leute gehen durch und zahlen Geld

Manchmal tuschelten die Leute über Zachäus oder schimpften über ihn.

Leute tuscheln und schimpfen.

Aber Zachäus machte sich nichts aus ihnen. Er zählte sein Geld und dachte: "Ha, jetzt seid ihr neidisch auf mich. Denn ihr schuftet in der Sonne, ich aber stehe gemütlich im Schatten und verdiene zehnmal soviel Geld wie ihr!"

Zachäus hebt triumphierend die Hand

Noch keine zwei Jahre waren vergangen, als eines Tages der römische Hauptmann von Jericho zu Zachäus kam.

Hauptmann kommt mit Diener

Der Hauptmann machte Zachäus einen Vorschlag: "Möchten Sie den Posten von Jonatan übernehmen? Ich sehe, Sie sind ein fleißiger Mann und können sicher mehr zahlen als Jonatan."

Hauptmann und Zachäus sprechen miteinander

Zachäus zögerte erst, denn Jonatan war ja sein einziger Freund. Aber schließlich nahm er doch an.

Zachäus schüttelt dem Hauptmann die Hand

Hauptmann und Diener gehen ab

Als Jonatan davon hörte, kam er wütend zu Zachäus und ging auf ihn los.

Jonatan kommt wütend und greift Zachäus an

Aber Zachäus rief einen römischen Soldaten, der ihm half.

Soldat kommt und führt Jonatan ab

Zachäus geht nach links ab

Jonatan kam ins Gefängnis. Bald musste Jonatans Frau ihr Haus verkaufen und Zachäus kaufte es billig. Zachäus war jetzt ein reicher Mann. Er musste nur noch das Geld von seinen Untergebenen einkassieren. Und er lebte in Saus und Braus. Er nahm sich auch eine Frau, die er auf dem Sklavenmarkt gekauft hatte und der er viele Dinge schenkte, um sie für sich zu gewinnen.

Zachäus und Frau gehen von rechts auf die Bühne

Frau bleibt rechts stehen, Zachäus geht nach links weiter. Dienerin kommt

Eines Tages hörte Zachäus zufällig, wie seine Frau und deren Dienerin über ihn redeten. Sie dachten, Zachäus könne sie nicht hören.

Frau und Dienerin rechts, reden miteinender

Seine Frau machte sich über Zachäus lustig. Sie nannte ihn "den kleinen Dummen". Jetzt wurde Zachäus klar, dass er von keinem für voll genommen wurde. Alle lehnten ihn ab. Zachäus war verzweifelt.

Zachäus lässt den Kopf hängen, Frau und Dienerin gehen ab

Einige Tage später - Zachäus war immer noch sehr niedergeschlagen - hörte Zachäus Stimmen auf der Straße. Sie riefen: "Jesus kommt, Jesus kommt!"

Menschenmenge kommt, stellt sich in einer Reihe auf, jubelt

Zachäus hatte schon einiges über Jesus gehört. Er wollte Jesus unbedingt einmal sehen. Er ging also auf die Straße. Aber hinter der Menschenmenge konnte Zachäus nichts sehen. Er war einfach zu klein.

Zachäus versucht über die Menschenmenge zu schauen

Darum stieg Zachäus auf einen Baum, um Jesus besser sehen zu können.

Zachäus steigt auf den Baum

Da zeigten die Leute zu Zachäus hinauf und sagten zueinander: "Schaut, der Herr Oberzöllner persönlich!"

Menschenmenge zeigt auf Zachäus

Da kam Jesus die Straße entlang.

Jesus kommt von rechts

Er sah Zachäus auf dem Baum sitzen. Und er hörte was die Leute tuschelten.

Jesus bleibt unter dem Baum stehen

Jesus rief zum Zachäus, der oben im Baum saß: "Zachäus, komm herunter. In deinem Haus möchte ich heute Gast sein."

Jesus wendet sich Zachäus zu

Zachäus war sehr überrascht, dass Jesus gerade bei ihm einkehren wollte. Er stieg vom Baum herunter und führte Jesus in sein Haus.

Zachäus steigt vom Baum und geht mit Zachäus nach links ab

Die Menschenmenge aber war wütend auf Zachäus und auf Jesus. Sie riefen: "Zum obersten Halsabschneider geht dieser Jesus - ist er denn verrückt?"

Menschenmenge hebt wütend die Arme und geht dann nach rechts ab

Jesus und Zachäus sprachen an diesem Tag lange miteinander. Und am nächsten Tag gab Zachäus alles durch Betrug erwirtschaftete Geld zurück und spendete einen großen Teil seines Vermögens an die Armen. Jesus aber sagte: Auch dieser Zachäus ist ein Kind Gottes!"
 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der Oberzöllner Zachäus sieht auf den ersten Blick aus wie einer, der wirklich frei ist: Er lebt in Saus und Braus, kann sich alles kaufen was er will. Außer den Römern ist er niemandem untergeben. Er muss nicht hart arbeiten, wie die anderen Menschen der Stadt.

Aber ist er wirklich frei? In seinem Herz nagt dieses Gefühl, von den anderen verachtet zu sein. Zachäus ist kein freier Mensch. Er hat eine große Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe in sich. Und die treibt ihn und hat ihn im Griff. Er versucht mit Geld und mit Macht seine Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe zu stillen. Darum wird er zuerst Zöllner und schließlich Oberzöllner. Aber damit verliert er die letzten Freunde und bekommt noch mehr Verachtung und Hass ab. Zachäus steckt in einer Sackgasse. Er hat sich selbst in Fesseln gelegt.

Jesus sieht Zachäus nicht als den, der andere ausbeutet, sondern spürt offensichtlich diese Sehnsucht des Zachäus. Und Jesus schenkt Zachäus Aufmerksamkeit und Achtung. Zum ersten Mal erfährt Zachäus, dass da ein Mensch ist, der zu ihm hält. Und er erfährt, dass auch Gott zu ihm hält, denn Jesus handelt ja auch im Namen Gottes.

Das stillt nun endlich die Sehnsucht des Zachäus. Und jetzt wird er wirklich frei. Jetzt braucht er sein Geld und seine Macht nicht mehr krampfhaft festzuhalten, sondern jetzt kann er sein Geld verschenken. Die Liebe hat Zachäus frei gemacht.
 



Freiheits-"Rapp" für eine Schuljahresschlussfeier

Auf einen gleichmäßigen Takt (am besten geklatscht oder geschnippt) zu sprechen; die betonten Silben sind unterstrichen

1.

Gott sei Dank, endlich frei - das Schuljahr ist vorbei.

Zu Ende ist nun die täglich Paukerei.

In der Früh aufsteh'n - die Hetze dann zum Bus,

damit ist nun für sechs Wochen Schluss.

Vokabeln zu erlernen - Grammatik obendrein

das lassen wir jetzt fröhlich für einige Zeit sein.

Aufsatz und Diktate - entbehren wir so gern,

und chemische Formeln, die sind uns jetzt so fern.

Das Rechnen mit den Brüchen - das fällt uns sonst so schwer,

und binomische Formeln, die stören uns nicht mehr.

Auch Lehrer freuen sich - sie müssen sich nicht plagen

mit korrigier'n und prüfen, und Noten eintragen.

All das lassen wir jetzt - nicht mehr an uns ran.

Gott sei Dank: endlich frei, die Ferien fangen an!

Frei sein - das mag jeder - klar!

Frei sein - das ist wunderbar!

Frei sein - das ist wirklich high!

Aber wann, Mensch, bist du wirklich frei?

2.

Ist das schon die Freiheit - wenn es Ferien gibt?

Man so lang, wie man will, morgens im Bett liegt?

Aufsteht erst um zwölf - das Frühstück fällt halt aus,

dafür kommt man nachts erst nach Mitternacht nach Haus?

Keine Arbeit und kein Stress - keine Plackerei,

tun wozu man Bock hat, ist man dann schon frei?

Computer spielen - noch 'nen Level weiter,

Stück für Stück hinauf die High-Score-Leiter,

vorm Fernseher sitzen - schaun so viel man will,

bringt's das auf die Dauer, ist das ein Hochgefühl?

Partys ohne Ende - sich voll zudröhnen,

daran kann man sich sehr schnell gewöhnen,

Bierchen für Bierchen - fit for fun,

fängt so, liebe Leute, die Freiheit wirklich an?

Frei sein - das mag jeder - klar!

Frei sein - das ist wunderbar!

Frei sein - das ist wirklich high!

Aber wann, Mensch, bist du wirklich frei?

3.

Cool sein, sagen manche - das bringt es allein,

und nur cool könne man frei wirklich sein.

Lässig eine Kippe - zwischen den Lippen,

wie der Marlborough-Man eine Bier-Dose kippen.

Dazu eine Brille - sie verhüllt dein Gesicht,

hinter Spiegelgläsern sieht man dich nicht.

Du siehst obercool aus - wie ein Fernseh-Star.

Doch bist du wirklich frei? Sag: ist das wahr?

Du hast das neuste Handy - mit geilem Klingelton,

und auch den besten Game-Boy, den hast du schon,

Dazu noch die Klamotten - die Marken ganz im Trend,

auf keinen Fall hast du den Zeitgeist verpennt.

Doch immer in sein - ist das Freiheitsdrang?

oder ist das vielmehr ein riesengroßer Zwang?

Frei sein - das mag jeder - klar!

Frei sein - das ist wunderbar!

Frei sein - das ist wirklich high!

Aber wann, Mensch, bist du wirklich frei?

4.

Wirklich frei sein - so seh' ich das Leut',

heißt: protestieren können, wenn alles schweigt,

wenn starke Typen - einen Schwachen aufmischen,

nicht wegzuschau'n, sondern sich einzumischen,

trotz aller Angst - trotz zitternder Beine,

das ist Freiheit, wie ich sie meine.

Wirklich frei sein - heißt auch nein sagen können,

stehen bleiben, wenn alle andern rennen.

Denn nur der ist frei - der auch den andern sieht,

der aufmerksam spürt, was in der Welt geschieht,

sich nicht nur um sich selber dreht - und um den neusten Trend,

sondern sich Gedanken macht, und nicht mit der Masse rennt,

der seine Angst spürt - und ihr trotzdem widersteht,

weil er weiß, da ist einer, der zu uns steht,

den nichts mehr umhaut - weil er sich drauf verlässt,

da ist jemand, der uns nicht fallen lässt.

Das ist Freiheit: - nicht von Angst getrieben sein.

Und du kannst das auch, denn auch du bist nicht allein.

Ich wünsche mir - nicht nur Schule wär' vorbei,

sondern du und ich, wir ren wirklich frei.

Frei sein - das mag jeder - klar!

Frei sein - das ist wunderbar!

Frei sein - das ist wirklich high!

Darum, Mensch, geliebt sein das macht frei!
 


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